“Zeit-Bilder” fangen szenischen Augenblick ein

    Bericht: Andreas Kaier
    “Zeit-Bilder” nennt Sven Grenzemann seine 60 Schwarzweißfotos, die derzeit in den Räumen der Esslinger Volkshochschule im Dick zu sehen sind. Grenzemann ist Leiter der fotografischen Abteilung der Landesbildstelle Württemberg und langjähriges Mitglied der Lichtbildnergruppe Esslingen, die in diesem Jahr ihren 60. Geburtstag feiert. Die Ausstellung gehört zum Rahmenprogramm der diesjährigen Esslinger Foto-Triennale, die demnächst ihre Tore öffnet.
    Grenzemanns Fotos sind keine einfache Kost. Dunkle Schleier wischen über graue Hintergründe. Skulpturen, Gebäude und andere Gegenstände huschen über das Fotopapier, gerade so, als ob sie ihrem Medium entkommen wollen. Erst beim genaueren Hinsehen erschließt sich dem menschlichen Auge die dynamische Bewegung, welche die einzelnen Exponate trotz aller Verschiedenheit wie eine große Klammer verbindet.

Die Esslinger Zeitung schreibt:

    Grenzemanns “Zeit-Bilder” entfernen sich vom momenthaften Anspruch des Stehbildes und fangen durch ihre Wischeffekte das Szenische des Augenblicks ein. “Man braucht nicht mehrere Einzelbilder um das Auge zu betrügen”, verweist der Fotograf auf die Wirkung seiner Fotos. Obwohl er mit seiner Minox-Kleinbildkamera über sechs Jahre hinweg stets nur statische Motive fotografiert habe, bekomme der Betrachter das Gefühl, dass sich das Motiv bewege. “Die Fotos korrespondieren auf bemerkenswerte Weise mit dem Thema ,Moving Pictures´ der Triennale, auch wenn sicher jeweils ganz unterschiedliche Aspekte von Fotografie gemeint sind”, betonte VHS-Chef Bernd Tewes während der Vernissage am Freitag abend. Tewes verwies auf die Abstraktion der Fotos, die bis an die “Scherzgrenze” gehe. “Es stockt einem der Atem im Bewusstwerden der Zeit, aus der wir kamen angesichts der undefinierten Struktur dessen, was sich – auch in den kleinsten Einheiten von Zeit – unentwegt bildet”, sagte der Leiter der Esslinger Volkshochschule.

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